Entstehung der Kreuzüge - Erster Kreuzzug

Christen durften in islamische Länder ohne verfolgt zu werden. Deshalb traten viele Christen dem Islam bei. Heilige Stätte wie z.B Palästina, welches im islamischen Machtbereich lag, konnten gegen Abgaben besucht werden. Im 11. Jahrhundert verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Christen und Moslems, weil ein Kalif gegen die Moslems und die Christen war. Er ließ sämtlich Synagogen und Kirchen abbrennen, unter anderem auch die Grabeskirche, welche auf der Stelle stand, auf der Christus begraben worden war. Neue Machtbesitzer machten das pilgern in das heilige Land teurer und schwieriger. Doch jetzt sah der Papst seine Chance. Schon lange hofften sie auf Unabhängigkeit von deutschen Reich und von der Christianisierung von deutschen Reich. Daher erhoffte sich Papst Urban II. auf mehr Ansehen durch den Krieg gegen die "Ungläubigen", also den Muslimen.


Die Predigt von Papst Urban II. in der er 1095 zum ersten Kreuzzug aufruft:


B
ewaffnet euch mit dem Eifer Gottes, liebe Brüder, gürtet eure Schwerter an eure Seiten, rüstet euch und seid Söhne des Gewaltigen! Besser ist es, im Kampfe zu sterben, als unser Volk und die Heiligen leiden zu sehen. Wer einen Eifer hat für das Gesetz Gottes, der schließe sich uns an. Wir wollen unsern Brüdern helfen. Ziehet aus, und der Herr wird mit euch sein. Wendet die Waffen, mit denen ihr in sträflicher Weise Bruderblut vergießt, gegen die Feinde des christlichen Namens und Glaubens. Die Diebe, Räuber, Brandstifter und Mörder werden das Reich Gottes nicht besitzen; erkauft euch mit wohlgefälligem Gehorsam die Gnade Gottes, daß er euch eure Sünden, mit denen ihr seinen Zorn erweckt habt, um solch frommer Werke und der vereinigten Fürbitten der Heiligen willen schnell vergebe. Wir aber erlassen durch die Barmherzigkeit Gottes und gestützt auf die heiligen Apostel Petrus und Paulus allen gläubigen Christen, die gegen die Heiden die Waffen nehmen und sich der Last dieses Pilgerzuges unterziehen, alle die Strafen, welche die Kirche für ihre Sünden über sie verhängt hat. Und wenn einer dort in wahrer Buße fällt, so darf er fest glauben, daß ihm Vergebung seiner Sünden und die Frucht ewigen Lebens zuteil werden wird. Unterdessen aber betrachten wir diejenigen, welche im Glaubenseifer jenen Kampf auf sich nehmen wollen, als Kinder des wahren Gehorsams und stellen sie unter den Schutz der Kirche und der heiligen Apostel Petrus und Paulus; sie sollen vor jeder Beunruhigung ihres Eigentums oder ihrer Personen gesichert sein." - Der Herr gab der Rede seines treuen Knechtes, der so kräftig predigte und so herrlich war in der Verkündigung seines Wortes, solche Kraft und Wirksamkeit, daß sie allerwärts den glücklichsten Erfolg hatte. Es zeigte sich, daß das Werk von Gott angeregt war; denn alt und jung folgte mit der größten Freude diesem Aufgebot, so Schwieriges es auch verlangte.

Ein Pilger über die Gründe der Kreuzfahrer:


Jeder verfolgte einen anderen Zweck: Die einen zogen nämlich mit, um das unbekannte Land kennen zu lernen; andere, weil sie die Armut dränge; andere, die darauf sannen, sich den ihren Hern geschuldeten Diensten zu entziehen, oder auch solche, die für ihre Verbrechen Strafen zu erwaten hatten, eilten herbei.


Erzbischof Wilhelm von Tyrus über die Motive der Kreuzfahrer:


Es zeigte sich, daß das Werk von Gott angeregt war; denn alt und jung folgte mit der größten Freude diesem Aufgebot, so Schwieriges es auch verlangte. Und nicht nur die persönlich Anwesenden hatten sich an dem Feuer seines Wortes für den Zug begeistert; die Predigt ging in alle Welt hinaus und entzündete auch die, welche sie nicht aus seinem Munde gehört hatten, zu gleichen Entschlüssen. Da trennte sich der Mann von dem Weibe und das Weib von dem Manne, der Vater vom Sohne, der Sohn vom Vater; es war kein Band der Liebe, das diesem Eifer hätte Nachteil bringen können, so daß viele Mönche aus ihrem Kloster kamen und viele, die sich freiwillig um des Herrn willen eingeschlossen hatten, aus ihrer Klausur. Doch hatte nicht bei allen die Liebe zu Gott ihren Entschluß veranlaßt, und nicht alle trieb die weise Überlegung dazu. Viele schlossen sich bloß an, um ihre Freunde nicht zu verlassen, oder um nicht für träge zu gelten, oder aus Leichtsinn, oder um ihrer Gläubiger, denen sie schwer verschuldet waren, spotten zu können. Verschieden waren also die Beweggründe, aber alles eilte herbei. Niemand dachte im Abendland an Alter oder Geschlecht, Rang oder Stand; niemand kehrte sich an Abreden, alles gab ohne Unterschied sein Wort und gelobte einmütig mit Herz und Mund den Pilgerzug.

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